CD-Tipp: Compay Segundo „100th Birthday Celebration”

10. Januar 2008  | cre

Compay Segundo „100th Birthday Celebration”Als seine Karriere den endgültigen Kick bekam, war er 88 Jahre alt. Und er sollte 91 werden, bis sein Name auf der ganzen Welt zum Inbegriff kubanischer Musik wurde: Compay Segundo. In diesem Jahr wäre der Mann, der am 13. Juli 2003 verstarb, 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass veröffentlicht die Warner Music Group zur Ehrung eines der ganz großen Künstler der Welt das Doppelalbum: Compay Segundo 100th Birthday Celebration.


In den Neunzigern entdeckte Europa die kubanischen und karibischen Rhythmen neu, von der Musikindustrie wurde diese unbeholfen unter dem Begriff „Weltmusik“ zusammengefasst. Im Sommer 1994 bereiste Compay Segundo Spanien mit seinem Quartett Compay Segundo y sus Muchachos und hinterließ in den Jazzclubs Sevillas und Madrids einen bleibenden Eindruck. Dort wurde er auch eines Nachts von Alfonso Pérez im „Café Populart“ entdeckt. 1995 begannen die Aufnahmen für „Antología“, jenes Album, das Compay mit einem Schlag bekannt machte und den Weg für viele andere Künstler aus Kuba ebnete. „Antología“ darf auch als einer der Anstöße für Ry Cooders Projekt Buena Vista Social Club gelten, das später den gleichnamigen, mit einem Grammy ausgezeichneten Film von Wim Wenders über die kubanische Musikszene initiierte (1998) und die kubanischen Künstler wieder in das Blickfeld der Welt rückte. Ry Cooder: „…Compay ist der letzte der Großen, die Wurzel, der Ursprung, dem alles entspringt.“ Compay Segundo hielt sich nun viel in Europa auf und absolvierte eine Reihe von Konzerten, die auch die Fachwelt staunen ließen: Niemand konnte sich erklären, woher der über 90-Jährige die Energie dafür nahm. Es war für ihn nichts ungewöhnliches, nach einem zweistündigen Konzert das Publikum zu bitten, Musikwünsche auszusprechen, die er dann erfüllte. Seine Antwort: „Ich bin ein Arbeiter der Kunst, und meine größte Freude ist es, jeden mit meiner Musik glücklich zu machen.“ Am 13. Juli 2003 starb Compay Segundo an Nierenversagen in Havanna.

Mit Compay Segundo starb einer der letzten kubanischen Musiker der alten Tradition, und mit ihm eine unüberschaubare Menge an Repertoire. Er war einer der letzten Zeitzeugen des bewegten 20. Jahrhunderts, erlebte Wirtschaftskrisen und Tyrannei, durchlebte Revolutionen und verfolgte zwei Weltkriege und zahllose kleinere militärische Auseinandersetzungen. Seine Schlussfolgerung aus dem, was er sah, lautete: „Menschen bauen Waffen, um einander zu zerstören – wenn es mehr Menschen mit Gitarren als mit Waffen gibt, wird die Welt sich ändern.

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